Die Ligurische und Genuesische Gastronomie verrät durch ihren Geschmack einiges über die Landschaft der Region, den Charakter und den Einfallsreichtum ihrer Leute. In der Tat haben die Genuesen mit ihrer einfachen Küche, die reich an aromatischem Gemüse und Kräutern ist, mit dem großzügigen Gebrauch an gesundem Olivenöl und außergewöhnlicher Kreativität gewusst wie man echte, köstliche und besonders verlockende Gerichte erfindet.
Die wohl bekanntesten Spezialitäten der Ligurischen Gastronomie sind Pesto und Focaccia, sei es traditionell und simpel mit Öl, oder in einer der köstlichen Varianten mit Zwiebeln, Oliven, Salbei oder Käse, ...
Gefüllte Pasta, wie die traditionellen Ravioli, typische Pansoti (gefüllt mit Mangold, Ei und Ricotta); die ‘Corzetti’ des Val d’Aveto, eine Art Lasagne mit runden Teigblättern; die "Torte di erbe", Kräutertorten zu denen auch die fantastische Torta Pasqualina gehört, eine traditionelle Oster-Blätterteigtorte gefüllt mit gekochtem Mangold oder Artischocken, Zucchini oder Frühlingskräutern und mit Ei und Käse, die dank ihrer Beliebtheit das ganze Jahr über gebacken wird; der ‚ciausun di Baiardo‘, eine Kräutertorte aus dem Holzofen; die ‚cima’, ein herzhafter Aufschnitt aus Kalb und Gemüse, gefüllt mit Fleisch, in Brühe getränkten Brotwürfeln, Frühlingsgemüse, geriebenem Käse, Mortadella in Würfelchen und Eiern; und eine weitere, für die Region typische Spezialität sind die gefüllten oder frittierten Blumen der kleinen Zucchini.
Außerdem sehr beliebt in der lokalen Küche ist die Minestrone mit Genuesischem Gemüse und Pesto; die Farinata, eine dünne Focaccia auf Kichererbsenmehl-Basis, Wasser, Salz und Öl - im Holzofen gebacken; die ‚Panissa‘ eine Variation der Polenta; die ‚Tomaxelle‘, Schweinefilets gefüllt mit Mangold, Spinat, Pilzen und Pinienkernen und mediterranes, gefülltes Gemüse.
Das Angebot an Meeresfrüchten und Fischgerichten, wie zum Beispiel Fischsuppe, frittierte Fische und diverse traditionelle Gerichte, ist in einer Stadt am Meer wie Genua natürlich endlos. Typisch sind der ‘Ciuppin’, eine typische Fischsuppe die besonders im Winter perfekt ist, die ‘Burrida’, die Capponada, ein Salat aus dem Besten des Meeres und der typischen Gemüsesorten Liguriens, und die ‚Zuppa di Buddego‘ oder ‚Rana Pescatrice‘. Mit Dorsch – getrocknet und anschließend gut aufgeweicht – werden die ‚Stoccafisse alla Genovese‘ gemacht, ein Gericht das auf die verschiedensten Weisen zubereitet wird. Für die Gerichte aus gemischtem, frittierten Fisch, sind die lokal gefangenen Fische eine klarer Gewinner: Seebarbe, Zerri, Kaviar, Tintenfisch, Pfeilkalamari, Sardellen und Sardinen, gut frittiert in Öl. Der Baccalà (gesalzener Stockfisch) triumphiert insbesondere in schmackhaften und knusprigen Pfannkuchen.
Unter den anderen Spezialitäten ragt ohne Zweifel der cappon magro hervor, ein delikater, köstlicher und kalter Salat, welcher sehr aufwendig in seiner Herstellung ist: mit seiner Pyramiden-Form aus mehreren Schichten, einem Boden aus Zwieback und Lagen aus würzig mariniertem Fisch, gekochtem Fleisch und Gemüse, festgekochten Eiern, garniert mit Artischocken, Thunfisch, Garnelen, Kapern und Oliven, und zum Abschluss mit ‚Salsa Verde‘ und einer Languste auf der Spitze vollendet.
Die beliebtesten Desserts sind der weihnachtliche Pandolce Genovese, eine Art flacher Panettone, voll mit Rosinen und kleinen Stückchen karamellisierter Limonen; die ‚Frisceu‘ (frittierte Apfelstückchen); der Castagnaccio, ein Kuchen aus Kastanienmehl; die „quaresimali“; geröstetes Brot („biscotti del lagaccio“); die „Canestrelli“ Gebäcke; die Amaretti (aus der Gegend von Piemonte); und die berühmten kandierten Früchte und Blumen (Blüten von Rosen und Veilchen).
Die Weinanbau hat in Ligurien eine feste und antike Tradition und produziert Weine von anerkannter Qualität: vom Rossese di Dolceaqua zum Sciacchetrà delle Cinque Terre (um nur einige der Bekanntesten zu nennen), die Ligurischen Auslesen laden zum Anstoßen der Gläser ein.
Einer der vielen und bekannten Schätze der Genuesischen Küche, der französische Poet Paul Valery, sollte an dieser Stelle zitiert werden: “…aromatischste Küchen: dort sind gigantische Torten und Mehl aus Erbsen, würzige Mischungen, Sardinen in Öl, gekochte Eier umhüllt in Pasta, Spinattorten und allerlei Frittiertes. Diese Kochkunst ist wahrhaftig antik“, schrieb er in „Au hasard et au crayon“. Der Schriftsteller Henry Aubert erinnert sich in „Città e Genti d’Italia“ („Land und Leute Italiens“) an die weihnachtlichen Festlichkeiten: „…Geschäfte für Geschenke und Köstlichkeiten leuchten.
Farbenfrohe Torten, Pasta in den verschiedensten Variationen, scharlachrote Braten, rosige Garnelen, gewaltige Truthähne und enorme Rauchschinken, Berge an Orangen und Limonen, welche unweigerlich die Blicke anziehen.“
Und zu guter Letzt bestätigt auch der französische Akademiker Fernand Braudel, in “Italien hat mich verzaubert” mit Bestimmtheit: „Genua verzaubert mich… kann man andernorts besser essen?“.
Weiteres über die Genuesische Küche
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(von der Webseite des Hotelverbands)
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